Abi09

Freitag, 17. Juli 2009

Ein Abend, viele Emotionen

Sorry, dass dieser Post nun erst so verspätet kommt und die Form auf Grund der vielen Bilder ein wenig an Qualität eingebüßt hat, aber ich hoffe, es gibt trotzdem noch ein paar Leute, die ihn gerne lesen wollen.
das Estrel in Berlin Neukölln


Wochenlange Vorbereitungen für einen Abend hat man sicherlich nicht oft, doch für diesen einen besonderen Abend haben wir all die Strapazen doch gerne auf uns genommen, die Rede ist vom Abiball. Während wir Männer zugegebener Maßen weniger Aufwand hatten und mit der Allrounder-Formel für einen guten Abend: gut sitzender Anzug + passende Schuhe = stilsicheres Auftreten recht entspannt an den Abend gehen konnten, musste das weibliche Geschlecht doch unweit mehrAbimotto Zutaten besorgen, um ihrem Abiballabend die richtige Würze zu verleihen und perfekt vorbereitet diesen großen Abend bestreiten zu können. Zutaten für den perfekten Abiball
Huch, wo kommt denn dieser Einkaufszettel her?

Twailer mit Freund PitDer 28.06 war Stichtag und man tauschte mit dem Freundeskreis noch letzte wichtige Informationen aus, so einigte ich mich mit Twailer auch noch eben darauf, dass sie nackt zum Abiball erscheint und ich in Jogginghose sowie bauchfreien Top kommen werde, bevor ich dann auch schon gegen 16Uhr mit meiner Begleitung, bestehend aus Mutter und einer Freundin der Familie, ins gelbe Ungetüm stiegen und uns ins Estrel nach Neukölln fahren ließen. Dank durchgängigen 70+ KmH und das Verzichten auf jegliches Blinken, trafen wir in etwa 16:45Uhr vor Ort ein. Der Eingangsbereich war zu diesem Zeitpunkt auch schon gut gefüllt und das Schaulaufen konnte beginnen. Minh












Es dauerte auch nicht lange bis ich die ersten Freunde, namentlich Nick, Frank und Rene, ausmachte. Kleine Randnotiz: Frank war wohl der erste vor Ort, weil er wie ein „Tokio Hotel“-Groupie schon um halb 3 losgefahren ist. Gegen 17:00 Uhr ließen wir uns dann mit der Menge Richtung Eingang treiben und organisierten uns die ersten Sektgläser beim Sektempfang.
Wiebke mit Freund Erik

Dreißig Minuten später hieß es für die Eltern und alle anderen Begleitungen den Saal zu verlassen und schonmal in den Hauptsaal für den Abend zu wechseln, während wir uns, durch Pappschilder und einem 1-Euro-Megafon von Kik(mit entsprechender Qualität) organisiert, auf unserem Jahrgangsfoto sowie Fotos mit unseren Leistungskursen verewigten.
Sartre-Jahrgangsfoto 09






In der darauffolgenden halben Stunde, bekamen wir die Anweisungen in welcher Reihenfolge wir einzulaufen und in welche Reihe/auf welchen Platz wir uns zu setzen hätten und standen uns ewig die Beine in den Bauch bis es dann letztlich losging. Begleitet vom Blitzlichtgewitter und Applaus(Ja Gil, es heißt Applaus nicht Erblaus, dieses Wort wirst du auch im Duden finden!) der Angehörigen bezogen wir Position auf unseren Plätzen vor der Bühne.

Kurz darauf konnte es dann auch schon losgehen und die Gastgeber Phillip und Conni betraten die Bühne um den Abend einzuleuten und alle herzlich willkommen zu heißen. Abgelöst wurden die zwei von unserer Stellvertretenden Schulleiterin, Frau Pusch, die uns nun mit ihrer Abschlussrede aus der Schule entließ und einfach zur richtigen Zeit die richtigen Worte fand(übrigens haben wir nicht, wie im Matheunterricht abgemacht, miteinander getanzt *grml*). Die nächste Stunde wurde bestimmt durch die Ausgabe der rund 200 Abiturzeugnisse - u.a. ein 1,1er und ein 1,2er Abitur - und der Eröffnung des Buffets. Rene bei der Abivergabe mit Beckerfaust und Pornobrille
Doch bevor wir uns auf die Leckerein stürzten, die uns das Estrel-Team zubereitet hatte, machten wir uns zu unseren Familien auf und mussten an diesem Punkt feststellen, dass die Sitzordnung nicht ganz optimal war. Irgendwie saßen nahezu alle Freunde komplett an den anderen Ecken des Saals. Ich kann mich noch an einen Teil einer Konversation mit Twaili erinnern:
H:„Wo sitzt du Twaili?“ Tw: „An Tisch 1.“ H: „Oh gut, dass ich 78 Tische weiter sitze“

Wie gesagt, das Buffet war eröffnet und ich ging als Späher und Vorkoster für meine Mom vorraus. Die nächsten anderthalb Stunden ging ich eloquent an allen Salaten vorbei und aß mich durch sämtliche in Lachs eingebettet Tagliatelle und Reis in Kombination mit Pute und Currysauce. Sarah-Sophie mit mir Zwischendurch traf ich dann auch meine süße Sarah-Sophie, die befürchtete von hier auf jetzt aus ihrem Kleid zu platzen, es aber dann doch nicht tat.

Gegen 21:30 ging es weiter im Programm mit unserem Abifilm, der kleine Interviews mit unseren Mitschülern zeigte, unter anderem Josie und Robert. Des Weiteren beinhaltete dieser Film viele schöne Impressionen von unserem Abistreich, doch die beste Stelle für mich persönlich gab es dann doch bei den Interviews. Die Frage des Interviewers lautete: „Hast du oft die Schule geschwänzt?“ und es war einfach soooooo obvious und inevitable wie es Agent Smith ausdrücken würde, dass als erstes Gesicht, als erste befragte Person Manu zu sehen sein wird. Der werte Herr, der in gut 5% aller PW-Stunden neben mir saß und, so munkelt man, das „Schulschwänzen“ als Olympische Disziplin einführen will, um selbst als unbesiegter Champ dieser Sportart in die Geschichte einzugehen.
Anschließend an das Video folgte eine Schülerrede von Franz und Mareike, die ein wenig über die vergangen Jahre philosophierten und dabei nicht selten das ein oder andere Mal verdächtige Parallelen zu meinem Blogpost hatten! *hihi*

Gegen 22Uhr wurde die Tanzfläche für die Standardtänze freigegeben, das Ganze wurde angeführt von einem eingeladenen Tanzpaar, das auch direkt schon geschwind übers Parkett fegte und wenige Minuten später von der restlichen Sippe begleitet wurde. Zur gleichen Zeit wurden die Türen des Estrels auch für Freunde und Bekannte geöffnet, die für ein paar Euro nun auch an der Veranstaltung teilnehmen durften. Erfreulicher Weise kamen auch alle Atzen mit ihren Ladys und stießen zu uns. Die Damen sahen traumhaft aus wie eh und jeh und auch die Atzen bewiesen Stilsicherheit. v.l.n.r.: Herf, Steffi, Rene, Lotti, Tim, Jenna, Sissi, Lucas, Marian, Rohde, Roman Mit Sissi, Jenna, Lotti, Timbo, Roman, Rohde, Lucas und Marian war unsere Gruppe nun auf eine beachtliche Größe angestiegen und war selbstverständlich als tighte Dancebattlecrew konkurrenzfähig auf der Tanzfläche. Kurz noch an der Bar druckbetankt hieß es dann auch schon „Abmarsch Richtung Dancezone“ und los ging es.




Mit einer Kombination aus genialem Rhytmusgefühl von uns und sagen wir es mal so.. bescheidener Musik von DJ Waldemar und Jürgen wurden die nächsten Stunden ziemlich spaßig, u.a. legte ich mit Wendy doch noch einen Standardtanz hin Wendy und Freundund auch Jenna und Sarah-Sophie wurden mir ausgeliehen, um mit ihnen eine heiße Sohle aufs Pakett zu zaubern. Ich möchte mich hier auch nochmal, wenn auch sehr verspätet, dafür bedanken, dass ihr alle gekommen seid auch wenn viele von euch Verpflichtungen in den frühen Morgenstunden nachkommen mussten, selbst Marian, der nur für ca. 1 1/2h kommen konnte, fuhr extra nach Neukölln. L.O.V.E.

Gegen Mitternacht in etwa wurde dann die Auszeichnung für den Abiballkönig/die Abiballkönigin verliehen und sollte letztlich an Phillip und Ita gehen, Gratulation. Haben sich ja die mittlerweile ca.10Jahre „in-meinem-Fame-baden“ für dich ausgezahlt Ita *möp*

Nachdem wir noch einen Tisch dort zerlegt haben, entschieden wir uns zwischen 2:30-3:00 Uhr den Abend zu beenden und die Heimreise anzutreten. Gesagt, Getan: Rene, Lucas, Renes Püppi Steffi und ich waren der Meinung, dass der schnellste Weg nach Hause der durch die Hölle sein würde und stiegen erneut in ein Taxi. Das Ende unserer Fahrt bedeutete aber noch nich gleich das Ende des Abends, denn der sollte mir auf ne ganz andere Art und Weise im Gedächtnis bleiben.

Prost!










Als wir Helle Mitte ausstiegen, beklagte sich Stüppi über ihre schmerzenden Füße und flehte Rene daraufhin an, sie doch bis zu Rene(ca.600m entfernt) zu tragen. Rene willigte dann auch ein und der Spaß began: Wie es nicht besser in einer Szene aus Pat und Patachon hätte sein können, versuchten Steffi und Rene mehrfach vergebens in die Huckepack-Stellung zu kommen – ein Bild für Götter.

Die Abifahrt-Berichte folgen. So far, stay tuned..

Motherbird Out.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Anschnallen, es geht los!

Hallo Freunde der Sonne…, nach einer gefühlten Ewigkeit wird auch mein Blog nun endlich mit dem ersten Post entjungfert. Die Idee eines eigenen Blogs keimte vor einigen Monaten in mir auf, wurde seitdem fleißig gegossen, mit zahlreichen Überlegungen gedüngt und bietet mir nun endlich die Möglichkeit die lyrischen Früchte zu ernten. Ich muss gestehen, dass ich schon vor ein, zwei Monaten einen Post fertig hatte und ins WorldWideWeb stellen wollte, es jedoch im Endeffekt gelassen habe, weil dieser in einer Phase geschrieben wurde, wo ich emotional dezent angeschlagen war und somit dieser Eintrag die Lizenz zum Töten gehabt hätte, *fg*(Das ist deiner Tim, kriegste nach dem Blog zurück). Somit is dieser lyrische Rundumschlag in die Kiste meiner dunklen Geheimnisse verschwunden - Zeit für Neues.

Wie Jeder weiß, herrscht in Deutschland gerade überall die Jagd nach den besten Noten, um sich den begehrten Bescheid, der einem – jobtechnisch gesehen – die beste Zukunft bieten soll, zu ergattern – das Abitur. Und auch ich gehöre zur Mauerfallgeneration und stecke somit mitten im Abi09-Stress. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass man auf lange Sicht, ob man will oder nicht und man sich mit Händen und Füßen wehrt oder sich wie früher vor die Kassiererin im Supermarkt schmeißt und quängeld ein Ü-Ei einfordert, irgendwie in die Vorbereitungen für Abiball, Abifahrt und Abistreich eingebunden wird. Ich gehörte zwar in keins der zuständigen Abikomitees, aber habe dennoch überall meinen ganz persönlichen Beitrag geleistet – mal mehr oder weniger hilfreich.

Während sich mein Beitrag im Bezug auf unsere Abifahrt in folgenden Gefilden abgespielt haben muss: „EEEEY GEIEL, LLRORET DE MAAAAAR, ALTA PAADDDY!!!“ konnte ich auch vorab ein bisschen was für unseren Abistreich tun – Kisten sammeln. Kisten sammeln? Ja… Kisten sammeln, wofür? Dazu später mehr. Und so machte ich mich mit Noni auf den Weg, um sämtliche Läden in unserer Umgebung abzugrasen und sie ihrer Kisten zu erleichtern. Es sollte zunächst jedoch anders kommen als erwartet und so hatten die Ladenbesitzer plötzlich keinen Schimmer mehr von den Absprachen, die man Tage zuvor mit ihnen ausmachte, was letztlich darin mündete, dass die ersten Geschäfte keine Kisten mehr für uns übrig hatten und wir weiterziehen mussten. Also zogen wir weiter Richtung Spielwarenparadies und trabten dort mit reichlich Kartons von dannen, nachdem wir mit Hanna-Montana-Drehstühlen und den heißesten Gefährten, die so das Kinderherz begehrt, durch die Gänge gecruised sind. Man bleibt halt doch irgendwie immer Kind. Nach einem kleiner Boxenstop und einem Wechsel zu den vier richtigen Reifen, bretterten wir zum EastGate-Berlin. Ziel war klar definiert: mehr Kisten. Jedoch ließ mich der Gedanke nicht los, dass der blonde Engel hinterm Steuer einen teuflischen Plan ausbrütete und ich sollte Recht behalten. Wir waren noch nicht ganz an den ersten Läden vorrüber, da nahm ich irgendetwas wahr… was war das? Es war ein Hilfeschrei. Herfie.. Herfie…Ich… Ich habe… DURST!!! Ich brauche… CAPRI SONNE!!! „What the fuck?“ mag mir damals wohl als erstes in den Sinn gekommen sein, aber die Frau, Noni, wollte …nein, sie brauchte… Capri Sonne und hatte rein zufällig auch schon alle zweihundertfünzig Läden im EastGate ausgemacht, die ihre Droge anboten. Dann ging es auch ganz schnell: zielstrebig liefen wir ins Geschäft, deckten uns mit jeweils zwei Capri Sonnen pro Person ein, bezahlten und tranken. Ich habe nicht genau hingesehen, aber ich glaube anhand der Symptome zu wissen, dass sich diese Frau das Zeug direkt injiziert. Etwa eine Viertelstunde später hatten wir alle Läden abgeklappert für die Kisten und machten uns auf zum Ausgang – HALT! Normaler Weise hätten wir uns aufgemacht Richtung Ausgang, jedoch vernahm ich schon wieder *..Herfie* einen Hilfeschrei.[…] Nachdem Noni nun auch den Rest des Bestandes an Capri Sonne aufkaufte und wir den ein oder anderen verdutzten Gesichtsausdruck präsentiert bekamen, bestritten wir den Heimweg, diesmal wirklich.

Doch mit Abstand am meisten habe ich etwas für unseren Abiball getan. Wir wollen natürlich alle einen gelungenen Abiball haben, der uns immer in Erinnerung bleibt und sowas muss schließlich auch finanziert werden. Und da sich der wehrte Herr Dietmar Hopp dazu entschieden hat, den TSG 1899 Hoffenheim seine Millionen in den Ar… zu blasen und nicht der Sartre-Oberschule sartreaus dem sozialen Brennpunkt Hellersdorf den Abiball zu sponsorn, blieb uns nichts anderes übrig als es selbst zu tun. Wir wären nicht die Elite Deutschlands, wenn wir uns nicht auch geniale Konzepte dafür hätten einfallen lassen. So lautete unser Schlachtplan: Kuchenbasar, Aufführungen der Musiker und Theaterleute, Kuchenbasar..öhm..ja Kuchenbasar und BETTELN.


Da es heutzutage trotz Finanzkrise nur nach dem Motto: „Sex sells" geht, musste ICH an dieser Stelle der Schule aufopfernd unter die Arme greifen. Gesagt, getan! So wurde ich von Noni Melony Mahony doch überredet mich in den Osterferien mit ihr zum Geldsammeln zu treffen. Ich bekam die Informationen: Wann und Wo man sich treffen würde und wer letztlich dort anzutreffen sein wird. Naja, fast. Es hieß „Ja die, die und die wird mitkommen..ja und du brauchst ja auch noch Unterstützung und deswegen kommen noch der und der mit“. Im Endeffekt war ich der einzige Mann. Zwölf sexy Frauen und ich – ein Paradies. DSCI0101
So zog ich nun am besagten Tag mit meinem Harem zum Zielort – eine gut befahrene Kreuzung. Taktik belief sich darauf, dass wir die Ampelphasen für uns ausnutzten und jeweils den Autofahrern ihr schwer erarbeitetes Geld aus den Taschen schleimten. So positionierte ich die Ladys an den verschiedenen Einmündungen zum Geldsammeln. Dieses Prinzip kenne ich doch aus nem anderen Milieu, hm. Die Rollen waren klar verteilt: Die Damen sollten vor allem beim männlichen Geschlecht punkten, während ich die Frauen abgriff. Viele tausend Menschen später, konnten wir mit einer Ausbeute von mehreren hundert Euro den verdienten Heimweg antreten.


Unsere Gönner(Danke nochmal an dieser Stelle) hätten zwar facettenreicher nicht sein können, jedoch zeichneten sich auch hier gewisse Gruppierung ab. So gab es „die Supporter“ – Menschen, die unser Anliegen verstehen konnten, weil sie es selbst oder ihre Kinder vor kurzem durchgemacht haben und uns somit gerne ihr Kaffeegeld gaben. Des Weiteren gibt es noch „die Kurbler“ und „die Blinden“ – treten auch gerne in Kombination auf. Während die einen das Fenster trotz 40°C im Auto direkt schlossen, wenn wir uns auf 10m näherten, so ignorierten uns „die Blinden“ einfach. Nein, sie konnten uns nicht sehen, ich vergaß. Denn plötzlich schien die Innenausstattung der Autos viel interessanter zu sein, man musste schnell etwas in der Tasche suchen oder die Blicke der Fahrer konnten sich auf mysteriöse Weise einfach nicht mit den unsrigen treffen, es war also ähnlich erfolgreich wie der Versuch zwei gleichgepolte Magneten zusammenzuführen. Toll waren auch „die Witzigen(, …nicht)“, die uns Pfennige, ausländisches Geld oder auch gelegentlich ein 1Cent-Stück zuschmissen. Diese Spezies lässt sich zumeist im Rudel und in Papi’s gesponsortem Auto antreffen.

Sie schenkten uns den ein oder anderen lustigen Moment, so kann ich mich noch an eine Situation erinnern, in der ein Beifahrer beim vorbeifahren das Fenster öffnete, die Hand rausstreckte.. – wir geldgeilen Geier rannten in diesem Augenblick direkt los und neben dem Auto her – und aschte. ER ASCHTE mit seiner Zigarette auf die Straße. Nix Geldregen, das einzige was vom Himmel regnete war Asche. Mir auch in Erinnerung geblieben ist eine Frau, die ich ansprach und wie üblich nach einer kleinen Spende fragte. Ich hielt ihr dabei ein selbstgebasteltes Schild mit der Aufschrift „Abi09 – Das Sartre sammelt!“ vor die Nase, ließ meinen Scharm spielen, woraufhin sie mich fragte: „Wer oder Was ist >>Sartre sammelt<<?“ich entgegnete ihr, dass damit das Sartre-Gymnasium gemeint sei und wir für den Abiball sammeln würden. Ihr Wissensdurst war noch immer nicht gestillt und sie hakte weiter nach mit „Ja, und wer ist nun Sartre?“ Und so erklärte ich ihr daraufhin kurz in ein, zwei Sätzen, dass es sich bei Jean Paul Sartre um einen französischen Philosophen und Schriftsteller handelt. Nun hatte ich mir aber das Geld wirklich verdient und so blitzten endlich die Eurozeichen in meinen Augen auf, jedoch auch das grüne Licht der Ampel, woraufhin die Frau sich für die Informationen bedankte und einfach losfuhr, ohne mir etwas gegeben zu haben - OWNED.

Nach den Ferien hieß es noch zwei Tage chillen und dann einen geilen Abistreich haben. Am 22. April war es dann auch endlich soweit – der Tag des Abistreichs war angebrochen. Anfangen sollte alles mit einem Frühstück im Englisch-LK. Das ganze war ganz lustig und so brachen wir nach dem Block auf ins Atrium, wo sie auch schon stand – Die Mauer. Das kennt man doch irgendwoher und ähnlich schnell, wie es damals 1961 der Fall war, wurde auch diese Mauer aufgebaut. In zwei Stunden hatten viele fleißige Helfer eine Mauer aus Kisten/Kartons quer durchs Atrium gebaut und trieben so vermutlich dem ein oder anderen Lehrer Angstschweiß auf die Stirn. Bevor das eigentliche Event starten sollte, galt es aber noch zwei weitere Stunden zu überbrücken, leise und ohne Alkohol, wie es der Direktor forderte. Jaaaaaaaaaaaa, natürlich haben wir uns daran gehalten *zirp* und blockierten den Haupteingang zur Schule und den angrenzenden Zebrastreifen.

914754_8825d71 Einige gebratene Würstchen, Tanzorgien, Hupkonzerte und Polonesen über die Straßen später, war auch dieser Block vorbei und wir strömten alle, nun auch vereint mit den kleineren Klassen, auf den Schulhof. Wie der ein oder andere schon bemerkt haben wird, stand unser Abistreich ganz im Zeichen der Wende und so ähnelten unsere Lehrer-Quälerein den Strapazen, die man damals für einen Ausbruch aus der DDR hat auf sich nehmen müssen. Nachdem ich ein wenig Eis verteilt habe, es waren ja auch gefühlte 25°C, wurde ich eingebunden als Streckenposten für ein geplantes Rennen zwischen Herrn Strauß und seiner Frau auf den Bobby-Cars.., äh Trabis! Eingekesselt von der KittyKat Caro und Sarah-Sophie, die dezent einen im Tee hatte und sich somit von mir stützen lassen musste, bezogen wir Position.

Viele Spielchen später war es dann auch soweit und ich rief Herrn Strauß aus Jucks und Dollerei zu, dass er doch schonmal losfahren soll, weil er sonst keine Chance haben würde – das war schließlich ein Wettkampf. Doch wer konnte denn ahnen, dass mein PW-Lehrer mich so ernst nehmen würde und direkt in die Eisen steigt um einen Blitzstart hinzulegen. Nachdem wir unseren ersten Lachflash überwunden hatten und Herr Strauß, schnell wie seine Namensvettern, schon die Hälfte der Strecke verbotener Weise abgearbeitet hatte, zügelte man den schwarzen Hengst und brachte ihn zurück zum Start. Nachdem es letztlich alle Lehrer geschafft haben sich zu befreien, auch wenn Tille mit verbunden Augen einen Parcour nahezu alleine ablaufen konnte und ihre Helferin nicht brauchte, weil sie ständig ihr Tuch entfernte – JA ICH HABS GESEHEN, PAH! – machten wir uns alle gemeinsam auf ins Schulinnere, denn irgendwas fehlte noch. Richtig, es war die Berliner Mauer Reloaded, die noch im Atrium stand und in den folgenden Minuten von den Schülern der Sartreschule eingerissen wurde um das Gesamtbild zu komplettieren. Im Endeffekt war die ganze Veranstaltung ein Erfolg auf ganzer Linie und um einiges besser als erwartet, vor allem auch, weil unser Direktor die Leine, an der unser Abistreich hing, ein wenig lockerte. Thanks Bro *Fistbump*
fistbump

Ab diesem Zeitpunkt waren wir offiziell von unserer Schul-pflicht entbunden, um für die Prüfungen zu lernen. Und das taten wir auch, die einen wenig, einige etwas mehr und andere taten dies im Noni/Twailer-Style. CIMG1824


Diese zwei brachen wohl sämtliche Rekorde, während Norine es vorzog mit dem ersten Sonnenstrahl, der ihr Zimmer erreichte, aufzustehen und bis um 24Uhr zu lernen, gerne auch mal nach einer achtstündigen Lernsession mit mir, hat es der laufende Lachflash Twailer anders angehen lassen. Sie brach gänzlich den Kontakt zur Außenwelt ab, lernte still für sich in ihrem Kämmerchen und gab erst wieder ein Lebenszeichen von sich, wenn sie ihre Prüfung geschrieben hatte.



Ich dagegen habe für meine 1.Prüfung, die ich im Englisch-LK hatte, absolut garnichts gemacht. Ich will damit nicht sagen, dass ich easy 15NP in Englisch kriege und somit nicht lernen brauch, aber es ist einfach generell so, dass man für dieses Fach nichts lernen kann. Der Hefter ist absolut nicht hilfreich und es sollte sich auch letztlich bestätigen am Tag der Prüfung. Mein Plan war es für Englisch-LK garnicht zu lernen, für Bio-LK dafür die ganze Zeit und die Zeit zwischen Bio und Geschichte zum Lernen für Geschichte zu nutzen. So lernte ich also gut zwei Wochen nur für Bio, darunter auch 4-5 Lernsessions mit Noni, die sehr lustig und hilfreich waren, um dann am Tag der Bioprüfung festzustellen, dass absolut nichts Wichtiges dran kam. Keine Fotosynthese, keine Translokation, keine Atmung..fast nichts. Im Prinzip hätte ich mir am Abend zuvor zwei Seiten angucken können und wäre ähnlich gut durch die Klausur gekommen, sad story.

Als nächstes stand Geschichte auf dem Plan, meine letzte schriftliche Prüfung. Ich hatte vier Tage Zeit, darunter ein Wochenende und den 1.Mai, um mir die komplette Weimarer Republik und den Ersten Weltkrieg in den Kopf zu prügeln. Opfer mussten dafür gebracht werden und so blieb ich die komplette Zeit zu hause, sagte Freunden ab und konnte die 25°C nicht genießen nur um zu lernen. Am Montag war es dann soweit und ich schrieb 180Minuten lang eine Klausur, die mit keinem einzigen Wort Weimar erwähnte, sondern sich komplett um die Hitlerjugend drehte. Wiedereinmal habe ich umsonst gelernt, *sigh*. Mit der Erkenntnis, dass es sich für mich nicht wirklich gelohnt hat zu lernen, habe ich nun nur noch eine Hürde zu nehmen und diese lautet: Deutsch mündlich. Aber ich werde schon den Schulyoda, Frau Rückert, am Monatsende von mir überzeugen.

So viel zu den Ereignissen der letzten zwei, drei Wochen. Mit einem weinenden Auge gucke ich wehmütig in die Vergangenheit zurück und mit einem lachenden Auge gespannt in die Zukunft. Wie das aussieht? Stay tuned…

Motherbird out.

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