Sonntag, 28. Juni 2009

One Step closer to the Edge..

Viele Wochen sind vergangen doch nun findet mein Blog seine Fortsetzung. Vorab: Danke an alle Freunde und Bekannte, die meinen ersten Post gelesen haben. Es gab durchweg positives Feedback, einzig allein die Länge von 2.500 Wörtern wurde teilweise bemängelt und wird von nun an auch selten so ein Ausmaß erreichen. Auch die Besucherzahlen sind von etwa 90 auf über 400 gestiegen, great success.
Wie angekündigt werde ich dieses Mal ein wenig durch die Zeit reisen, um die Vergangenheit aufzurollen und in die Zukunft zu gucken.

So fing alles an kindheit

Letzte Woche war es soweit: Der Tag der Abiergebnisse – Doomsday für viele tausend Berliner. Dreizehn Jahre haben wir darauf hingearbeitet, um endlich unseren Abschluss für die höchste Oberschulenform zu erhalten. Dreizehn Jahre voller Blut, Schweiß und Tränen. Unzählige Stunden Freizeit mussten für das Lösen von mathematischen Problemen, das Lernen von Vokabeln in etlichen Sprachen und das Erstellen von Plakaten und Präsentationen geopfert werden. Jeder von uns wird in seiner Schulzeit das ein oder andere mal die Schule verflucht haben und sicherlich nicht nur gute Erinnerung mit ihr verbinden. Sei es durch eine schlechte Note oder einen peinlichen Auftritt. Und da ich mich da sicherlich nicht ausschließe, werde ich einige meiner persönlichen Lieblingserinnerungen mit euch teilen.

Zu den wohl peinlichsten Momenten gehörte ein Auftritt von mir bei einer meiner zahlreichen Sportwettbewerbe für die Schule. Ich nahm während meiner Schulzeit an einigen Sprint-, Staffel-, Crosslauf- und Hochsprungwettbewerben teil, jedoch blieb mir keins davon so schmerzhaft in Erinnerung wie ein Hochsprungwettkampf vor einigen Jahren an der Sartre-Oberschule. Einige Wochen vor dem Wettkampf war lehrplanbedingt Hochsprung an der Reihe und so qualifizierten wir uns fürs Turnier, damals noch im Klassenverband. Ich war gut in Form und sprang sicher mit einigen wenigen die 1+. Ein wenig aus der Übung aber dennoch top motiviert und arrogant wie eh und jeh, trat ich nun mit Max, Rico & Jan(glaube ich) zum Wettkampf an und… versagte. Ich kam nicht über die Stange. „Mein Gott, irgendwann ist halt für jeden Schluss“
werdet ihr jetzt denken. Naja, wie gesagt, ich versagte.

Ich lief an, ich sprang, ich riss. Alle anderen Wettkämpfer guckten verdutzt und fragten sich in diesem Augenblick sicher schon, was ich denn dort zu suchen hätte, denn ich schaffte es auch in den darauffolgenden Versuchen nicht über die Höhe zu kommen. Über die Starthöhe, über die Höhe die ein 5jähriges Kind meistern würde, eine Höhe für die man mich um vier Uhr nachts wecken könnte, um sie mit verbundenen Augen und einem amputierten Bein leichtfüßig über die Stange schwebend zu meistern. Jeder sprang höher, doch ich fiel am tiefsten. Damit war der Wettstreit um die Krone der Lüfte für mich in der 1.Runde vorbei, wo die anderen Springer noch nicht einmal richtig aufgewärmt waren.

Geniale Momente, die mir noch in Erinnerung geblieben sind und die wir, hauptsächlich aus der alten 11/2, gelegentlich mal auskramen um eine Runde zu lachen, gibt es viele. So schauen wir alle auf eine jahrelange Diktatur von Frau Hesse als Mathe-,Physik & Klassenlehrerin zurück. So schrieben wir vor vielen Jahren den legendären Kühlschranktest in Physik, der seit diesem und bis zum heutigen Tage als Runninggag dient. Ein Test, der in dieser Form nie hätte geschrieben werden dürfen. Sie sagte „lernt das, das und das, aber auf keinen Fall den Kühlschrank, denn der kommt _nicht_ dran“ aber schrieb einen kompletten Terrortest über den Kühlschrank. Typisch Frau: sagt sie Nein, meint sie Ja. Wir rächten uns einige Zeit später, indem wir einen Mathetest schrieben, bei dem wir alle die Lösungen schon vorher kannten. Der beste Test meines Lebens.

Sie war generell immer für einen Spaß zu haben, so auch als wir gemeinsam als Klasse eine Wochenendfahrt machten. Es war gutes Wetter und wir entschieden uns alle dazu, mit den Ruderbooten über den nahegelegenen See zu fahren. boot12
Die ersten Boote mit jeweils einer Besatzung von drei bis vier Schülern waren bereits unterwegs, als auch René und ich uns dazu entschieden, nun endlich los zu paddeln.

Zwei Boote waren übrig, wir setzten uns in eines und wollten ablegen als uns unsere geliebte Frau Hesse einen Strich durch die Rechnung machte. Sie forderte uns eindringlich auf, das andere Boot zu nehmen, denn das stehe ein „wenig“ unter Wasser und könnte von uns Jungs ja mit Leichtigkeit wieder fahrtüchtig gemacht werden, während sie derweil lieber das trockene Boot in Anspruch nimmt. Das ganze war natürlich recht lustig, waren ja schließlich auch nur nen paar Tröpfchen, kaum der Rede wert quasi. *zirp*
boot2²

Mittlerweile ist die Frau nach Italien ausgewandert, unsere Rache an den Italienern für die WM 2006. MUHAHAHA! *laughs evily*

Eine andere Lehrerin hielt uns auch immer auf Trab.
Der Captain, wie wir Frau Huck nannten, peitschte uns jahrelang durch die Weltgeschichte und unterrichtete uns parallel dazu auch noch im Fach Deutsch.





Ich stieg in dieser Zeit zum Mobbingopfer Nr.1 in der Klasse auf, denn Frau Huck hatte irgendwie das Verlangen mich jede, wirklich jede verdammte Stunde dazu aufzufordern die Hausaufgaben vorzutragen. So konnte der Rest der Klasse chillen und schon mit erwartungsvollem Blick zur letzten Reihe nach hinten schauen, um die Fassungslosigkeit in meinem Gesichtsausdruck zu sehen, wenn ein weiteres mal Frau Hucks Damoklesschwert mit den untermalenden Worten „Hm, wer kommt denn heute ran? Ah, Kevin H²(only god knows why H²)“ über mir kreiste.

Es gibt natürlich noch unzählige Anekdoten, die ich erzählen könnte, aber die sicherlich auch den Rahmen sprengen würden. Zu diesen Erfahrungen, die ich definitiv nicht missen will, gehören die epischen Sportmatches mit Herrn Hesse, "Renés+Herfschen AliciaKeys/CandyShopremix" oder auch unsere Klassenfahrt nach Italien, gerade der übergeile letzte Abend, nicht wahr Max, Rohrbeck & Julia? Auch unser Aufenthalt in der Schweiz für das Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien der WM2006, in dem auch der legendäre Zettel im 11m-Schießen zum Einsatz kam sowie unser Kampf gegen gefräßige Spatzen, die uns unsere Burger bei McD wegsnackten, bleiben immer in Erinnerung.

In der Schulzeit hat man unzählige Bekanntschaften geschlossen und tolle Momente erlebt. Gerade das letzte Schuljahr war trotz Abistress einfach nur genial. Ich persönlich habe in diesen zwei Semestern wunderbare Menschen kennen und lieben gelernt. Jahrelang nebeneinanderher gelebt und doch erst im Endspurt der Schulzeit zueinander gefunden, aber lieber spät als nie.
Ein Dankeschön geht hier vor allem an Twaili, Sarah-Sophie, Miss Sophie, Noni, Wiebke und Wendy.

Doch genug in alten Erinnerungen geschwelgt, richten wir den Blick nach vorne! Heute feiert der Mauerfalljahrgang der Sartre-Oberschule ihren Abiball und wird Familie und Freunde zusammenführen, um die letzte Seite des Kapitels „Schulzeit“ zu schreiben. Aber mitnichten is damit das Buch abgeschlossen, denn ein neues Kapitel beginnt zugleich. Dreizehn Jahre Schule sind vorbei und wir haben unser Abi in der Tasche. Egal ob man sich für ein Studium oder eine Ausbildung entschieden hat, es bedeutet wohl oder übel, dass sich ab diesem Punkt auch die Wege der engsten Cliquen zum Teil trennen werden. Nur in den seltensten Fällen werden alle in Berlin ihr Zukunftsglück finden. Während es einige hoch in den Norden oder in andere Großstädte zieht für die perfekte Ausbildung, wechseln andere komplett den Kontinent und probieren ihr Glück auf der anderen Seite des Globus z.B. in Australien. globus
Diese Zeit bedeutet also auch in gewisser Hinsicht Erwachsenwerden und hat vielleicht zur Folge, dass man die eigenen Träume wie Seifenblasen vor einem zerplatzen sieht, wenn man merkt, dass man zum Beispiel seinen Traumberuf nicht ausüben kann, sei es durch die fehlenden finanziellen Mittel, das Umfeld oder weil die eigene Qualifikation nicht ausreicht. Aber auch diese Etappe werden wir meistern und letztlich irgendwie unseren ganz eigenen Weg gehen...


Der nächste Post, wird nächste Woche folgen und sich mit dem Abiball befassen. Stay tuned.

Motherbird Out.
glowie - 1. Jul, 22:17

Man könnte hier fast...

Pippie in die augen bekommen :)
Auch wenn es bei mir schon einige Zeit her ist, kann ich mich noch gut an meine Gedanken nach der Zeugnisvergabe, bzw. auch schon davor erinnern.

Aber ich muss mal wieder sagen: Vielleicht solltest du eine Biografie schreiben oder einfach einen Roman! :) Ich würde ihn auf jeden Fall kaufen, denn man kann deinem Stil echt wunderbar folgen :)

Mach weiter so, freue mich, dich mal von deiner "RL-Seite" ein bisschen näher kennen zu lernen!

Liebe Grüße aus Süddeutschland!

PS.: Sorry, dass es so lang gedauert hat, aber war alles etwas Stress hier!

CREED0R - 3. Jul, 01:33

=)

Geile Zeit! Vor allem haste ja grad mal an der Oberfläche gekratzt was die Erlebnisse angeht, aber ich hab eh die Hälfte schon wieder vergessen, wird ma Zeit für nen Klassentreffen xD

Naja und jetzt schleichen wir alle von (Arbeits) Amt zu Amt, so is das eben :)

Anyhooooo,
freu mich auf den Abiballbericht, auch wenn dort wahrscheinlich nen Foto von meiner Beule fehlt, was da eigentlich rein müsste ....

Hauste!

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Zuletzt aktualisiert: 23. Feb, 19:30

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